Funkturm, Fernmeldeturm, Fernsehturm

Der dritthöchste Fernmeldeturm Deutschlands steht in Nürnberg.
Seine Bauform, die das „Nürnberger Ei“ aufnimmt, ist einzigartig. Damit zählt er zu den 13 Sondertürmen, die überwiegend von der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH betrieben werden. Diese Türme tragen Antennen, die Signale für Radio, Fernsehen, Telefon und Daten senden – genauso wie etwa 500 weitere typisierte Fernmeldetürme, 7.000 Masten und 16.000 Dachstandorte.

Die weithin sichtbaren Sondertürme wurden aber über ihre technischen Aufgaben hinaus zu Wahrzeichen ihrer Standorte. Sie verfügen in der Regel über eine öffentliche Aussichtsplattform, die das „Fernsehen“ im wahren Sinn des Wortes für Jedermann erlauben. Wegen strenger Brandschutzauflagen und hoher Betriebskosten sind aktuell nur noch sieben dieser Sondertürme für das Publikum zugänglich.

Das „Nürnberger Ei“

Der Nürnberger Fernmeldeturm wird ab 1972 geplant, der Bau beginnt 1977.
Er soll den Sendeturm in der Karolinen-/Adlerstraße ersetzen, der nur wenig Stellfläche für große Richtfunkantennen hat und nicht erhöht werden darf, da er mitten in der Nürnberger Altstadt steht.

Als Architekt für den Neubau verpflichtet die Deutsche Bundespost das Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner. Für die Statik ist das Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner zuständig. Beide Büros haben bereits beim Bau des Stuttgarter Fernsehturms Erfahrungen gesammelt, haben den Fernmeldeturm Mannheim (1975) und den „Ginnheimer Spargel“ in Frankfurt (1979) geplant und arbeiten parallel am Colonius in Köln, der 1981 eingeweiht wird.

Heinle orientiert sich bei der Gestaltung des Turmkorbes an der Form der frühen Nürnberger Taschenuhren. Alternativ war auch der Nürnberger Trichter als Form für den Turmkorb im Gespräch. Die unteren geschlossenen Etagen bieten Raum für Cafeteria und Restaurant, die vier oberen Etagen des Turmkorbs dienen als Antennenplattformen.

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