Ein anderes Problem ist Eis, vor allem, wenn es sich löst und aus 200 m vom Turm fällt. Die Lösung ist, mit glatten Oberflächen zu arbeiten, damit Eis gar nicht erst anhaften kann. Die Stahlrohre des Antennenmasts wurden mit einem Mantel aus Polyurethan verschalt, an dem sich kein Eis bilden kann. Die überstehenden Plattformen sind mit Alu verkleidet, die Antennen auf den Plattformen zurück gesetzt.

Sie können sich vorstellen, dass für einen Fernmeldeturm kein gewöhnlicher Blitzableiter genügt. Antennen haben Metallgehäuse, sie ziehen geradezu Blitze an. Deswegen sind alle Metallteile des Turms mit einer speziellen Erdungsanlage verbunden. Ganz oben befindet sich eine ganz kleine Antenne für den sogenannten Piepsfunk, den Europäischen Funkrufdienst. Sie ist ungefähr zwei Meter hoch. Ich erinnere mich, dass in diese Antenne immer wieder der Blitz eingeschlug. Interessanterweise nicht oben in der Spitze, sondern seitlich. An den Richtfunkantennen selbst gab es nie Blitzschäden.

Manchmal war nur unten scheußliches Wetter. Nebel, wolkenverhangener Himmel, Schauer. Als wir oben ankamen, empfing uns traumhaftes Wetter. Die Plattformen waren dann wie ein Sonnendeck über der Wolkendecke. Einfach großartig.

Auf den Plänen sind auch ein Lüftungsgeschoss und ein Aufenthaltsgeschoss eingezeichnet. Was hat es damit auf sich?

Techniker der Deutschen Bundespost prüften regelmäßig die Richtfunkanlagen. Fiel eine aus, musste so Ersatz geschaltet werden, dass die Telefonkunden nichts davon merkten. Die Anlagen mussten ständig geprüft und getestet werden. Auch nachts wurde gearbeitet. Das Aufenthaltsgeschoss war für die Einsatzteams.

Das Lüftungsgeschoss auf der unteren Ebene der Kanzel war für die Klimatisierung von Restaurant, Besucherplattform und Aufenthaltsräumen vorgesehen. Aber auch die Fernmeldetechnik musste gekühlt werden. Anfangs hatten wir es mit Röhrengeräten mit Tausenden von Watt zu tun. Diese erzeugten viel Wärme, die abgeführt werden musste.

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