Auf dem Turm war also Tag und Nacht Betrieb. Ist mal jemand im Aufzug stecken geblieben?

Das ist mir selbst einmal passiert. Damals wurde gerade die Notstromanlage eingerichtet. Ich war beim Test dabei, mit einer Gruppe von Leuten fuhr ich sozusagen den Aufzug Probe. Der Aufzug war auf dem Weg nach oben. Als auf Notstrom umgeschaltet wurde, hätte die Fahrt ohne Unterbrechung weiter gehen müssen. Eigentlich. Aber die Verpolung war vertauscht.

Der Aufzug stockte, fuhr ein Stück nach unten, blieb stehen. Und stand still. Da hatten wir schon für einen Moment ein mulmiges Gefühl. Über den Notausstieg sind wir aus dem Aufzug geklettert. Das war ein bisschen abenteuerlich, aber nicht gefährlich. Alle 45 Meter gibt es Nothalte. Über die Treppe sind wir dann wieder nach unten gekommen.

Es gibt zwei Aufzüge im Fernmeldeturm. Mit dem größeren Personenaufzug fuhren die Besucher auf die Aussichtsplattform und ins Restaurant. Er hat Platz für 35 Personen. Dann gibt es noch den kleineren Aufzug der Deutschen Bundespost, den wir auch als Lastenaufzug in der späteren Bauphase nahmen. Dieser ist langsamer und bietet nur 12 Personen Platz. Als der Fernmeldeturm noch für das Publikum geöffnet war, diente der kleinere Bundespostaufzug für den Notfall. Es war sehr sicher, auf den Turm zu fahren. Beide Aufzüge hatten eigene Stromversorgungen, die unabhängig voneinander waren. Und jeweils eine Notstromanlage. Unwahrscheinlich, dass alle Stromkreise ausfallen. Außerdem gibt es ja noch die Treppe. Allerdings dauert es eine gute Viertelstunde, die 1000 Stufen herunter zu gehen. Und man hat danach einen Drehwurm.